Zapatista A1
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Zapatista A1

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A1 Format (594 x 841) auf 150 gramm Karton

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Mit unserem Plakat grüssen wir die zapatistas in chiapas/ mexico.

Wir möchten uns vorstellen. Wir sind das Ejercito Zapatista de Liberacion Nacional. Unser Leben war weniger wert als die Maschinen und Tiere auf den Haciendas. Wir waren wie Stein, wie Gräser auf den Wegen. Wir hatten kein Wort. Wir hatten kein Gesicht. Wir hatten keinen Namen. Wir hatten kein Morgen. Wir existierten einfach nicht.

Für die Macht, die sich heute weltweit mit dem Namen „Neoliberalismus“ kleidet, zählten wir nicht, wir produzierten nicht, wir kauften nicht, wir verkauften nicht. Wir waren eine nutzlose Nummer für die Konten des Großkapitals.

Die Berge, in denen wir leben, rieten uns, zu den Waffen zu greifen, um so eine Stimme zu haben, er riet uns, unser Gesicht zu bedecken, um so ein Gesicht zu haben, er riet uns, unsere Namen zu vergessen, um so genannt zu werden, er riet uns, unsere Vergangenheit zu bewahren, um so ein Morgen zu haben.
Ihr sollt erkennen, daß wir sind, was wir sind, um nicht mehr zu sein, was wir sind, um die Ihr zu werden, die wir sind. Wir sind die Zapatistas. Wir laden euch alle ein, daß wir uns zuhören und miteinander sprechen, um uns alle zu erkennen, die wir sind…

Hinter unserem schwarzen Anlitz, hinter unserer bewaffneten Stimme, hinter unserem unsagbaren Namen, hinter uns sind wir ihr.

Dahinter sind wir die gleichen gewöhnlichen Leute, die sich in allen Ethnien und Hautfarben wiederholen, die in allen Sprachen sprechen und an allen Orten leben.

Hinter unseren Pasamontanas verbirgt sich das Gesicht aller ausgeschlossenen Frauen, aller vergessenen Indigenas, aller verfolgten Homosexuellen, aller verachteten Jugendlichen, aller Migranten, aller Gefangenen aufgrund ihres Wortes und Denkens, aller erniedrigten Arbeiter, aller Toten des Vergessens, aller einfachen und gewöhnlichen Männer und Frauen, die nicht zählen, die nicht gesehen werden, die nicht genannt werden, die kein Morgen haben… Wir sind die gleichen Ihr. Hinter uns sind wir ihr.

Wir gingen uns sagten den Mächtigen: „Hier sind wir!“, und der ganzen Welt riefen wir zu: „Hier sind wir!“ Und schaut, wie die Dinge stehen: Damit ihr uns seht, haben wir unser Gesicht verborgen; damit ihr über uns sprecht, verweigern wir unsere Namen; und um zu leben – sterben wir. Und dann kamen die Flugzeuge und Hubschrauber, die Panzer und die Bomben, die Kugeln und der Tod und viele Leute aus vielen Orten sagten: „Sprecht mit ihnen!“, und die Mächtigen sagten zu uns: „Sprechen wir miteinander!“, und wir sprachen miteinander, und wir sagten ihnen, daß wir Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit wollten, und sie machten ein Gesicht, als würden sie nicht verstehen, und gingen ihre makro-ökonomischen Pläne und ihre ganzen Aufzeichnungen über den Neoliberalismus durch und diese Wörter waren nirgends zu finden und „Wir verstehen nicht“, sagten sie zu uns und boten uns eine hübschere Ecke im Museum der Geschichte an und einen längerfristigen Tod und eine goldene Kette, um die Würde zu fesseln.

Und wir, damit sie verstanden, was wir wollten, machten in unseren Gebieten also das, was wir machen wollten. Wir organisierten uns und machten uns daran, Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit zu leben.

kämpfen -- selber schaffen, selber die Utopie leben – in der Begrenztheit von La Realidad, der Realität, wie der Ort im Urwald hieß, an dem wir uns damals versammelt haben.

Gleichzeitig werfen sie die Frage auf, wie es zu erreichen ist, daß die Welt weder so ist, wie die Macht sie will, noch so wie wir sie wollen, sondern zu einer Welt wird, in der viele Welten Platz haben. So viele Welten wie nötig sind, damit jede Frau und jeder Mann ein würdiges Leben führen können. Daß wir alle in Würde leben können, das ist die Welt, die wir Zapatistas wollen.

"Wir alle tragen die Menschlichkeit in unseren Herzen. Es liegt an uns sie zu erwecken. Dabei ist es nicht notwendig, die Welt zu erobern. Es geht vielmehr darum, sie neu zu schaffen. Durch uns. Heute." (Subcommandante Marcos)

Gegen die Globalisierung des Todes

Brüder und Schwestern aus Mexiko und der ganzen Welt,
die sich in Cancun bei dieser Mobilisierung gegen den Neoliberalismus zusammengefunden haben:
Es grüßen euch die Männer, Frauen, Kinder und Alten der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung. Es ehrt uns, daß ihr inmitten eurer Versammlungen, Vereinbarungen und Mobilisierungen einen Platz gefunden habt, um euch unsere Worte anzuhören.

Die weltweite Bewegung gegen die Globalisierung des Todes und der Zerstörung nimmt heute in Cancun eine ihrer strahlendsten Gestalten an.
Ganz in der Nähe des Ortes, an dem diese Mobilisierung stattfindet, vereinbaren eine Handvoll Diener des Geldes Verfahren und Zeitplan, um die Verbrechen der Globalisierung weiterzuführen.
Der Unterschied zwischen ihnen und uns besteht nicht in den Geldbörsen. Auch wenn ihre Börsen von Währungen überfließen und unsere von Hoffnungen.

Nein, der Unterschied liegt nicht in den Geldbörsen, sondern im Herzen.
Ihr und wir haben im Herzen ein Morgen, der kommen soll, den es aufzubauen gilt.
Die da haben nur eine Vergangenheit, die sich bis zur Unendlichkeit wiederholt.
Wir halten das Leben, sie halten den Tod.
Wir kämpfen für die Menschlichkeit, sie für den Neoliberalismus.
Wir wollen Freiheit, sie wollen uns versklaven.
Es ist weder das erste, noch wird es das letzte Mal gewesen sein, daß sich jene, die sich für die Herren des Planeten halten, hinter hohen Mauern und pathetischen Sicherheitskräften verstecken, um ihre Pläne zu schmieden.
Wie in einem Krieg versammelt sich die Führungsspitze dieser transnationalen Armee, die sich daran macht, die Welt auf die einzige mögliche Weise zu erobern, das heißt, indem sie sie zerstört, hinter einem Sicherheitssystem, das so gewaltig ist wie ihre Furcht.

Wenn die Mächtigen sich vorher hinter dem Rücken der Welt versammelten, um ihre zukünftigen Kriege und Raubzüge zu schmieden, so müssen sie das heute nicht nur vor ihren Augen tun, sondern auch gegen den Widerstand von Tausenden Menschen in Cancun und Millionen von Menschen auf der ganzen Erde.
Denn darum handelt es sich hier.
Um einen Krieg.
Um einen Krieg gegen die Menschheit.
Die Globalisierung der Oberen ist nicht mehr als eine globale Maschine, die sich von Blut ernährt und Dollar ausscheidet.

In der komplizierten Rechnung, die Tote in Geld umrechnet, gibt es eine Gruppe Menschen, die auf dem globalen Fleischmarkt nur einen sehr geringer Preis einbringen.
Das sind wir, die Indígenas, die Jugendlichen, die Frauen, die Kinder, die Alten, die Homosexuellen, die Lesben, die Migranten, die Anderen.
Das heißt, die überwiegende Mehrheit der Menschheit.

Der Weltkrieg der Mächtigen will den Planeten Erde in einen exklusiven Klub verwandeln, in dem sie sich das Recht vorbehalten, Einlaß zu gewähren.
Die luxuriöse und exklusive Zone, in der sie sich heute versammeln, repräsentiert ihr globales Projekt: ein Komplex von Hotels, Restauranten und Luxuserholungsgebieten, bewacht von Armeen und Polizeieinheiten.
Für die Mächtigen haben wir alle die Wahl, in dieser exklusiven Zone zu bleiben, aber nur als Diener, oder aus der Welt zu scheiden, das heißt, aus dem Leben.
Aber wir müssen nicht gehorchen und uns zwischen einem Leben als Diener oder dem Tod zu entscheiden.

Wir können einen neuen Weg errichten.
Einen, auf dem Leben ein Leben mit Würde bedeutet.
Einen, auf dem Leben ein Leben in Freiheit bedeutet.
Diese Alternative zu errichten ist möglich und notwendig.
Diese Alternative ist notwendig, weil die Zukunft der Menschheit von ihr abhängt.
Diese Zukunft ist in allen Ecken der fünf Kontinente bedroht.
Und diese Alternative ist möglich, weil es auf der ganzen Welt Menschen gibt, die wissen, daß "Freiheit" ein Wort ist, das entweder im Plural konjugiert wird oder für immer zynisch und armselig bleiben wird.

Brüder und Schwestern:
Auf der ganzen Welt stehen sich zwei Globalisierungsprojekte gegenüber.
Das obere Projekt globalisiert den Konformismus, den Zynismus, die Dummheit, den Krieg, die Zerstörung, den Tod, das Vergessen.
Und das Untere, das die Rebellion, die Hoffnung, die Kreativität, die Intelligenz, die Vorstellungskraft, das Leben, die Erinnerung globalisiert, die Errichtung einer Welt, in der alle Welten Platz finden.
Eine Welt mit Demokratie! Freiheit! Gerechtigkeit!

aus den Bergen des mexikanischen Südostens,
für das CCRI-CG der EZLN
Subcomandante Insurgente Marcos